Zu Gast in Zweibrücken

Hubert Zitt (im Foto links) ist unter Trekkies eine internationale Größe. Seit 1996 stellt er in über 500 Vorträgen die Visionen aus Science-Fiction-Filmen wie Star Trek in einen wissenschaftlichen Kontext. Im Brotberuf ist er Akademischer Oberrat im Studiengang Informatik an der Hochschule Kaiserslautern, deren Studium Generale am Campus Zweibrücken er seit Jahren zusammenstellt. Nach einem Vortrag auf der Regiomontanus-Sternwarte Nürnberg über den Einfluss der Mondlandungen auf die Menschlichkeit kamen wir ins Gespräch und er wünschte sich einen Beitrag über den „Inquisitionsprozess gegen Galileo Galilei. Die schwierige Beziehung von Ratio und Religio“.

Durch die Unterstützung von Freundeskreis der Hochschule, VDI und Naturwissenschaftlichem Verein NAWI ließ sich ein Termin in Zweibrücken einrichten, bei dem auch Klaus Dieter Böckler von DIENO Film war, der seine Aufzeichnung nun ins Netz gestellt hat: https://youtu.be/4rC76i2PNpk. Susanne Lilischkis berichtete für den Pfälzischen Merkur.

Star Trek (Raumschiff Enterprise) hat übrigens am 8. September 60-jähriges Jubiläum und eine deutsche Briefmarke erscheint. Nur neun Tage später ging Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion an den Start (dazu erschien 2016 eine Marke). Zu „60 Jahre Raumpatrouille Orion“ spricht Hubert Zitt übrigens am 17.9. im Planetarium Mannheim. (Foto: Susanne Lilischkis)

Partielle Sonnenfinsternis

Jedes Jahr ereignen mindestens zwei und maximal fünf Sonnenfinsternisse. In diesem Jahrhundert sind es 224. Die Spur des Kernschattens zieht sich dabei über mehr als 10.000 km, ist aber max. 273 km schmal, so dass es an einen bestimmten Ort doch im Schnitt nur etwa alle 140 Jahre zu einer totalen oder ringförmigen Sonnenfinsternis kommt.

Am 12. August wandert der Totalitätsstreifen von NO-Sibirien übers Nordpolarmeer nach Ostgrönland und Westisland bis nach Spanien und Mallorca; in Deutschland ist die Sonnenfinsternis nur partiell, aber mit fast 90-prozentiger Abdeckung. In Nürnberg beginnt sie 19:20 Uhr (von rechts unten) und hat ihr Maximum um 20:13 Uhr mit 4° über dem Horizont. Das ist 25 Minuten vor Sonnenuntergang; man braucht also freien Blick auf den Horizont.

Zum Beobachten sollte man nur Sofi-Brillen nehmen. „Hausmittel“ wie rußgeschwärzte Gläser oder schwarze Filmstreifen sind ungeeignet, selbst wenn sie das sichtbare Licht abschwächen. Das gefährliche ist die Infrarotstrahlung, die die Zäpfchen ausbrennen kann. Absolut ungefährlich ist das Prinzip Lochkamera: Einfach einige stopfnadelgroße Löcher in ein Stück Pappe stechen und das Sonnenlicht in wenigen Metern Abstand auf eine weiße Fläche werfen. Ganz easy und dennoch beeindruckend!

Sternwarten wie die Regiomontanus-Sternwarte Nürnberg auf dem Rechenberg bieten Sonderführungen. Mit dem Planetarium Hamburg lässt sich ein Live Stream aus Spanien verfolgen. In den Nürnberger Nachrichten hat Matthias Gräter Fragen beantwortet und war bei Günther Moosberger von Radio F (Podcast).

Die nächste totale Sonnenfinsternis in Deutschland ist am 3. September 2081. Falls es bewölkt wäre, käme anschließend 7. Oktober 2135 in Betracht. Für den Abschluss der Sofi am Mittwoch bietet sich nachts der Sternschnuppenschwarm der Perseiden an. Da Neumond ist, sollten sie gut zu beobachten sein. Man darf sich natürlich auch etwas wünschen, aber nach alter Lehre nur solange man die Sternschnuppe auch sieht!

(Foto der Sonnenfinsternis am 29. März 2006, aufgenommen von der Internationalen Raumstation aus über der Türkei und Zypern, NASA via Wiki)