Partielle Sonnenfinsternis

Jedes Jahr ereignen mindestens zwei und maximal fünf Sonnenfinsternisse. In diesem Jahrhundert sind es 224. Die Spur des Kernschattens zieht sich dabei über mehr als 10.000 km, ist aber max. 273 km schmal, so dass es an einen bestimmten Ort doch im Schnitt nur etwa alle 140 Jahre zu einer totalen oder ringförmigen Sonnenfinsternis kommt.

Am 12. August wandert der Totalitätsstreifen von NO-Sibirien übers Nordpolarmeer nach Ostgrönland und Westisland bis nach Spanien und Mallorca; in Deutschland ist die Sonnenfinsternis nur partiell, aber mit fast 90-prozentiger Abdeckung. In Nürnberg beginnt sie 19:20 Uhr (von rechts unten) und hat ihr Maximum um 20:13 Uhr mit 4° über dem Horizont. Das ist 25 Minuten vor Sonnenuntergang; man braucht also freien Blick auf den Horizont.

Zum Beobachten sollte man nur Sofi-Brillen nehmen. „Hausmittel“ wie rußgeschwärzte Gläser oder schwarze Filmstreifen sind ungeeignet, selbst wenn sie das sichtbare Licht abschwächen. Das gefährliche ist die Infrarotstrahlung, die die Zäpfchen ausbrennen kann. Absolut ungefährlich ist das Prinzip Lochkamera: Einfach einige stopfnadelgroße Löcher in ein Stück Pappe stechen und das Sonnenlicht in wenigen Metern Abstand auf eine weiße Fläche werfen. Ganz easy und dennoch beeindruckend!

Sternwarten wie die Regiomontanus-Sternwarte Nürnberg auf dem Rechenberg bieten Sonderführungen. Mit dem Planetarium Hamburg lässt sich ein Live Stream aus Spanien verfolgen. In den Nürnberger Nachrichten hat Matthias Gräter Fragen beantwortet und war bei Günther Moosberger von Radio F (Podcast).

Die nächste totale Sonnenfinsternis in Deutschland ist am 3. September 2081. Falls es bewölkt wäre, käme anschließend 7. Oktober 2135 in Betracht. Für den Abschluss der Sofi am Mittwoch bietet sich nachts der Sternschnuppenschwarm der Perseiden an. Da Neumond ist, sollten sie gut zu beobachten sein. Man darf sich natürlich auch etwas wünschen, aber nach alter Lehre nur solange man die Sternschnuppe auch sieht!

(Foto der Sonnenfinsternis am 29. März 2006, aufgenommen von der Internationalen Raumstation aus über der Türkei und Zypern, NASA via Wiki)

Deutsches Museum wird in Nürnberg gebaut

Weil der Finanzminister einen Wahltermin im Maximilianeum hatte, war die Grundsteinlegung für das Deutsche Museum Nürnberg um eine Woche verlegt worden. Nun folgte also der Ministerpräsident der Einladung von Gerd Schmelzer (im Foto links), um mit Oberbürgermeister Dr. Uli Maly, dem Generaldirektor des Deutschen Museums, Prof. Dr. Wolfgang M. Heckl, und Architekten Volker Staab fünf Zeitkapseln in den vorbereiteten Betonblock zu zementieren. Während Maly die Gelegenheit nutzte, den Bürgerentscheid zu versenken, mit dem im Januar 1996 knapp 19 % der Nürnberger die Bebauung durch die sog. „aufgeschnittene Bratwurst“ von Helmut Jahn verhindert und einen Leerstand von einem viertel Jahrhundert produziert hatten, brachte Heckl ein Foto von sich und Dr. Söder mit, das die bekennenden Trekkies als Lieutenant Spock und Captain Kirk zeigt.

Das Deutsche Museum wird 2020 auf 5000 qm ein „Zukunftsmuseum“ mit einem Holodeck und modernster Technik eröffnen. Bauherr Gerd Schmelzer zeigte sich sehr zufrieden, auch wenn sein schönster und zentralster Parkplatz dem Vorhaben weichen musste.

Simon Marius bei Melanchthon


Eine überzeugende Leistung haben Jakob Lahner und Maria Pacurariu als Interviewer und Tassilo Segerer als Kameramann hingelegt. Für die Luthernacht am 22. Juli 2017 im Melanchthon-Gymnasium Nürnberg haben sie einen Film gedreht, der sich mit Naturwissen­schaften in der Reformationszeit beschäftigt. Dabei sind die drei auf den markgräflichen Hofastronomen Simon Marius gestoßen und so ergab sich ein Interview, das die jungen Astronomiehistoriker professionell und sachkundig durchgezogen haben. Betreut haben das Projekt meine Schulfreundin Dagmar Kroth (rechts) und Barbara Safferling-Rohmfeld. Zum Interviewtermin schaute auch Volker Dickel vorbei, der das Wahlfach Astronomie anbietet, wofür die Nürnberger Astronomische Gesellschaft (NAG) das Teleskop im Hintergrund gestiftet hat.

IMAGINARY

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Zum vierten Mal konnte Matthias Dachwald (im Foto rechts) vom KOMM-Bildungsbereich im Künstlerhaus im KunstKulturQuartier eine wissenschaftliche Ausstellung eröffnen. „IMAGINARY – Form und Formel mathematischer Fantasie“ von Uli Gaenshirt zeigt bis 10. Juli, mit welchen geometrischen Formen Flächen und Räume gefüllt werden können, wie aus Formeln räumliche Gebilde entstehen und wie Fraktale (wie von Torsten Stier, im Bild links) in jeder Vergrößerung selbstähnlich sind. Uli Gaenshirt – Bildhauer und hauptberuflich in der Kunstvilla beschäftigt – ist passionierter Mathematiker und hat wieder eine beeindruckende Ausstellung geschaffen, zu der aus Berlin eigens die IMAGINARY-Koordinatorin Bianca Violet (Mitte) angereist ist.
Foto: Harald Wild.

Der Nürnberger Himmel

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In mehrjähriger Zusammenarbeit zwischen den Museen der Stadt Nürnberg und der Nürnberger Astronomischen Gesellschaft (NAG) entstand die Sonderpräsentation „Der Nürnberger Himmel. Dürers Sternenkarten von 1515“, die im obersten Stock des Albrecht-Dürer-Hauses die Dauerausstellung ergänzen wird. Sie wurde heute von dessen Leiter Dr. Thomas Schauerte eröffnete, der sich besonders bei Dr. Hans Gaab und Prof. Dr. Günther Görz (im Bild v.r.) bedankte.

Während das Gebäude den meisten nur als kunsthistorische Pilgerstätte bekannt ist, unternahm Bernhard Walther vom Südgiebel des späteren Dürer-Hauses Himmelsbeobachtungen, die als die genauesten ihrer Zeit gelten. Damit ist dort auch ein wichtiger Gedenkort für die frühe Astronomie in Deutschland. Schauerte zeigte sich sehr zufrieden, dass dieses Thema endlich dauerhaft und prominent besetzt werden konnte.

Ars Electronica

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Auch im 35. Jahr gelang es Gerfried Stocker mit dem Team der Ars Electronica in Linz Spitzenwerke der Medienkunst zu versammeln. Bei der Gala des weltweit wichtigsten Festivals für Cyberart gab es Goldene Nicas für Vordenker Roy Ascott, die Computer Animation „Walking City” von Matt Pyke, das Internetprojekt „Fumbaro Eastern Japan“ von Takeo Saijo, Interactive Art „Loophole for All“ von Paolo Cirio und “Femme Chanel – Emma Fenchel” von Sarah Oos. Eine Auszeichnung erhielt „Box“ von BOT & DOLLY und eine Anerkennung ging an „5 Mètres 80“ von Nicolas Deveaux. Absolut sehenswerte Arbeiten. Beim anschließenden Empfang traf ich Laurent Mignonneau und Christa Sommerer wieder, die ich 1993 mit “The Interactive Plant Growing“ kennengelernt hatte.

Nach einem Gespräch mit der Direktorin für International Arts Development am CERN, Ariane Koek, begegnete ich zu meiner Überraschung Totalkünstler Timm Ulrichs, der seine Frau Ursula Neugebauer begleitete. Aus Nürnberg waren auch Science Artist Chriska Wagner (Interstellare Begegnung) und Medientheoretikerin Angelica Schmitt gekommen.

Maffay kennt Marius

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Eigentlich war ich wegen einer Aufzeichnung zum 450. Geburtstag von Galileo Galilei für den mdr im Studio Franken des Bayerischen Rundfunks und wollte anschließend zum stellvertretenden Studioleiter, Norbert Küber, um mit ihm über das Simon-Marius-Jubiläum zu sprechen, da traf ich Peter Maffay, der mit seinem aktuellen Album gerade der erfolgreichste deutsche Chartkünstler aller Zeiten wurde.

Na gut, „traf“ ist ein wenig übertrieben, denn die Marius-Botschaft habe ich ihm schon ein wenig aufgedrängt. Trotz Vorbereitung für ein BR-Hautnah-Konzert ist er dem fränkischen Hofastronomen aber offen begegnet und war gern zu einem Sympathiefoto bereit. Im Gegenzug werd ich wohl nun mal „Du“ von 1970 suchen.

Zieleinlauf geübt

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„Bewegung ist Gesundheit, Sport ist Medizin“ – unter diesem Leitmotiv ging am Vorabend des DATEV Challenge Roth 2013 der Verein Charity4Sports an den Start und lud eine illustre Runde aus Sportärzten wie Dr. Leonard Fraunberger (im Foto links), Motivationstrainern und Unternehmensvertretern wie Marketingprofi Claus Fesel zum Podiumsgespräch. Bewegungsmediziner Prof. Dr. Matthias Lochmann (2. v.l.) berichtete von der Forschung, mit der Leistungssportler die letzten 2 % aktivieren und Gesundheitssportler Fehlbelastungen vermeiden. Nach wirklich guten Ratschlägen der Veranstaltung, war ich dennoch froh, dass vom medizinischen Standpunkt her die Daseinsform als gesunder Nicht-Sportler durchaus akzeptabel ist. Irgendwie endete das flotte Gespräch mit Verliebtheit und Sex als Plädoyer für mehr Bewegung, woraufhin es zum Zieleinlauf ging, den die Gruppe um die Charity4Sports-Vorstände Joachim Wörner und Stefan Picard (beide rechts) schon mal üben durfte.

Unsichtbares sichtbar machen

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Es spräche nichts dagegen, wenn das Wissenschaftsministerium ein Fraunhofer-Institut finanzieren würde, war die Replik von Prof. Dr. Alfred Gossner, Finanzvorstand der Fraunhofer-Gesellschaft, auf das Gedankenspiel von Staatsminister Dr. Wolfgang Heubisch, welche Einrichtungen wohl noch in seinem Geschäftsbereich Sinn machen würden. Beide freuten sich mit Fraunhofer IIS-Chef Prof. Dr. Albert Heuberger bei der Neubaueinweihung des Entwicklungszentrums Röntgentechnik in Fürth-Atzenhof über modernste Röntgentechnologie. Nach der Kampfmittelräumung am ehemaligen Flughafen entstanden auf über 5300 Quadratmetern 140 Büros und Laborräume für zerstörungsfreie Materialprüfung. Bereichsleiter Prof. Dr. Randolf Hanke (im Foto links) verfügt nun über Geräte der Superlative: Der größte XXL-Computertomograph fasst komplette Seefrachtcontainer und die kleinste transportable Anlage analysiert selbst winzige Proben aus Kunststoff oder Keramik. Klar, dass Handke den Schlüssel für den Neubau auch in einem Stein eingebacken gerne entgegen nahm. Den hatte er vorher schon überprüft. (Foto: Thoralf F. Dietz; Berichte: FN, NZ)

Marius auf FB


Nach jahrhundertelanger Abstinenz sozialer Kommunikation hat Simon Marius eine Facebook-Seite gestartet, um das Werk des markgräflichen Hofastronomen bekannt zu machen, über Veranstaltungen zum „Simon-Marius-Jubiläum 2014“ zu informieren und Marius-„Freunde“ in Kontakt zu bringen. In seinem ersten Beitrag berichtet er von seiner Entdeckung der vier großen Jupitermonde, was ihm später mit Galilei großen Ärger einbrachte.

Als eine Art Gesammelte Werke im Netz wird ab Februar 2014 das Simon-Marius-Portal über sein Schaffen informieren. Gegenwärtig wird die mehrsprachige Menüführung getestet.

WiSo bei Wissenschaftsnacht


Eigentlich heißt es ja Fachbereich Wirtschaftswissenschaften in der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, aber letztlich sprachen alle nur von der WiSo. Deren Forschungsdekanin Prof. Dr. Nadine Gatzert (im Foto 2.) hatte Lehrstühle und Gäste zu einem Vorbereitungstreffen für die 6. Lange Nacht der Wissenschaften eingeladen.

Als Besonderheit präsentieren sich nicht nur die Uni-Lehrstühle und das IAB, sondern auch Einrichtungen wie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (im Foto rechts der Leiter der wirtschaftswissenschaftlichen Migrationsforschung Dr. Hans Dietrich von Loeffelholz), Amnesty International, das Nürnberger Menschenrechtsbüro, das Menschenrechtszentrum und das Hohe Flüchtlingskommissat der Vereinten Nationen UNHCR.

Zu Gast sein werden wie schon vor zwei Jahren auch die Sponsoren GfK Verein (im Foto in der Mitte Presseleiterin Sandra Lades), PricewaterhouseCoopers (links Niederlassungsleiter Thomas Hartmann) und die NÜRNBERGER Versicherungsgruppe. (Foto: Verena Lindner)

Rabenastronomie


Dass es die neukaledonische Krähe in Sachen Intelligenz mit dem putzigen Delphin aufnehmen kann, hat sich derweil rumgesprochen, warum Raben neuerdings auf bzw.in Armillarsphären nisten, wirft allerdings Fragen auf. Ist es die gute Aussicht auf die Nordseite der Nürnberger Burg, wo einst die Eimmart-Sternwarte stand? Sind es die guten Abtropfeigenschaften des Nestes oder ist es das angeborene Interesse von Vögeln für die Ebenen von Horizont, Sonnenbahn und Himmelsäquator? Die Forschung steht noch zu Beginn, doch nun wüsste man gern, ob der Rabenvogel dem geo- oder heliozentrischen Weltbild frönt. (Foto mit Blick auf Martinskirche: ART-Archiv Nürnberg)