Deutsches Museum wird in Nürnberg gebaut

 

Weil der Finanzminister einen Wahltermin im Maximilianeum hatte, war die Grundsteinlegung für das Deutsche Museum Nürnberg um eine Woche verlegt worden. Nun folgte also der Ministerpräsident der Einladung von Gerd Schmelzer (im Foto links), um mit Oberbürgermeister Dr. Uli Maly, dem Generaldirektor des Deutschen Museums, Prof. Dr. Wolfgang M. Heckl, und Architekten Volker Staab fünf Zeitkapseln in den vorbereiteten Betonblock zu zementieren. Während Maly die Gelegenheit nutzte, den Bürgerentscheid zu versenken, mit dem im Januar 1996 knapp 19 % der Nürnberger die Bebauung durch die sog. „aufgeschnittene Bratwurst“ von Helmut Jahn verhindert und einen Leerstand von einem viertel Jahrhundert produziert hatten, brachte Heckl ein Foto von sich und Dr. Söder mit, das die bekennenden Trekkies als Lieutenant Spock und Captain Kirk zeigt.

Das Deutsche Museum wird 2020 auf 5000 qm ein „Zukunftsmuseum“ mit einem Holodeck und modernster Technik eröffnen. Bauherr Gerd Schmelzer zeigte sich sehr zufrieden, auch wenn sein schönster und zentralster Parkplatz dem Vorhaben weichen musste.

Great American Eclipse


Am 11. August 1999 war Deutschland im Sonnenfinsternisfieber. Am Montag, den 21. steht den Amerikanern eine totale Sonnenfinsternis bevor und der Kernschatten wandert in 93 Minuten quer durch die USA. Seit Jahren laufen die Vorbereitungen für die „Great American Eclipse“ und ein beispielloser Hype hat begonnen. Allein in Charleston an der Ostküste werden an der letzten Sofi-Station eine Million Touristen erwartet. Elf Raumsonden werden vom All beobachten und diverse Forschungsinstitute lassen etwa 70 Wetterballons steigen, um den Mondschatten vom Rande der Atmosphäre aus zu filmen.

Da der gut 100 Kilometer breite Kernschatten nach 3h 14m südwestlich der Kapverden im Sonnenuntergang verschwindet, haben sich einige Kollegen bereits auf die Reise gemacht und es wird sicher tolle Bilder geben, wenn bei 100,00 % Verdunklung die die Sonne umgebende Korona sichtbar wird.

Die Anzahl der Webseiten geht in die Tausende. Hier sieht man den Verlauf auf dem Erdglobus sehr schön. Besonders gelungen ist die Visualisierung von Ernie Wright: Man erkennt, dass der Kernschatten keine saubere Ellipse ist. Erstmals wurden für die Berechnung die schroffe Mondlandschaft und die Erhebungen auf der Erde berücksichtigt (https://svs.gsfc.nasa.gov/4517).

Deutschsprachig empfehle ich Daniel Fischer und wer am frühen Abend an Livestream interessiert ist, kann bis etwa 22 Uhr auf http://www.sofi2017.de/#web gehen.

Simon Marius bei Melanchthon


Eine überzeugende Leistung haben Jakob Lahner und Maria Pacurariu als Interviewer und Tassilo Segerer als Kameramann hingelegt. Für die Luthernacht am 22. Juli 2017 im Melanchthon-Gymnasium Nürnberg haben sie einen Film gedreht, der sich mit Naturwissen­schaften in der Reformationszeit beschäftigt. Dabei sind die drei auf den markgräflichen Hofastronomen Simon Marius gestoßen und so ergab sich ein Interview, das die jungen Astronomiehistoriker professionell und sachkundig durchgezogen haben. Betreut haben das Projekt meine Schulfreundin Dagmar Kroth (rechts) und Barbara Safferling-Rohmfeld. Zum Interviewtermin schaute auch Volker Dickel vorbei, der das Wahlfach Astronomie anbietet, wofür die Nürnberger Astronomische Gesellschaft (NAG) das Teleskop im Hintergrund gestiftet hat.

Marius-Band erschienen

Im Thalia-Buchhaus CAMPE Nürnberg haben die Herausgeber Dr. Hans Gaab (links) und Pierre Leich im Beisein von Autoren und Förderern erstmals den 481-seitigen Sammelband „Simon Marius und seine Forschung“ präsentiert. Die Astronomiehistoriker stellten die 16 Beiträge kurz vor und überreichten die ersten beiden Exemplare der Vorstandsvorsitzenden der HERMANN GUTMANN STIFTUNG, Angela Novotny, und dem Direktor des Staatsarchivs Nürnberg, Prof. Dr. Peter Fleischmann. Die Publikation schließt das Simon-Marius Jubiläum 2014 ab. Deren Höhepunkte waren die Freischaltung des Marius-Portals, die Benennung eines Asteroiden nach Marius durch die Internationale Astronomische Union sowie die Tagung im Nicolaus-Copernicus-Planetarium, aus der der Sammelband hervorhing. Inzwischen (bis März 2017) erschienen über 40 Berichte, u.a. Rezensionen in SZ und FAZ. (Foto: Norman Schmidt)

IMAGINARY

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Zum vierten Mal konnte Matthias Dachwald (im Foto rechts) vom KOMM-Bildungsbereich im Künstlerhaus im KunstKulturQuartier eine wissenschaftliche Ausstellung eröffnen. „IMAGINARY – Form und Formel mathematischer Fantasie“ von Uli Gaenshirt zeigt bis 10. Juli, mit welchen geometrischen Formen Flächen und Räume gefüllt werden können, wie aus Formeln räumliche Gebilde entstehen und wie Fraktale (wie von Torsten Stier, im Bild links) in jeder Vergrößerung selbstähnlich sind. Uli Gaenshirt – Bildhauer und hauptberuflich in der Kunstvilla beschäftigt – ist passionierter Mathematiker und hat wieder eine beeindruckende Ausstellung geschaffen, zu der aus Berlin eigens die IMAGINARY-Koordinatorin Bianca Violet (Mitte) angereist ist.
Foto: Harald Wild.

Der Nürnberger Himmel

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In mehrjähriger Zusammenarbeit zwischen den Museen der Stadt Nürnberg und der Nürnberger Astronomischen Gesellschaft (NAG) entstand die Sonderpräsentation „Der Nürnberger Himmel. Dürers Sternenkarten von 1515“, die im obersten Stock des Albrecht-Dürer-Hauses die Dauerausstellung ergänzen wird. Sie wurde heute von dessen Leiter Dr. Thomas Schauerte eröffnete, der sich besonders bei Dr. Hans Gaab und Prof. Dr. Günther Görz (im Bild v.r.) bedankte.

Während das Gebäude den meisten nur als kunsthistorische Pilgerstätte bekannt ist, unternahm Bernhard Walther vom Südgiebel des späteren Dürer-Hauses Himmelsbeobachtungen, die als die genauesten ihrer Zeit gelten. Damit ist dort auch ein wichtiger Gedenkort für die frühe Astronomie in Deutschland. Schauerte zeigte sich sehr zufrieden, dass dieses Thema endlich dauerhaft und prominent besetzt werden konnte.

Unipräsident im Ruhestand

Grüske-Leich_JBraunMit Standing Ovations wurde der Präsident der Universität Erlangen-Nürnberg, Prof. Dr. Karl-Dieter Grüske, von 800 geladenen Gästen verabschiedet. Unter seiner Ägide waren eine Verdopplung der Studierenden, die Neuordnung der Fakultäten, der Bologna-Prozess, die Exzellenzinitiative und die leidigen Studiengebühren zu meistern. Die Drittmittel stiegen von 77 auf 180 Mio. €, eine Filiale in Südkorea wurde gegründet und mit gut einer Mrd. € wurde eine enorme Bautätigkeit entfaltet.

Die einzige Konstante in Grüskes 13-jähriger Amtszeit sei die Veränderung gewesen, wie er in seiner Abschlussrede bekannte, bei der er sich bereits mit der Zeit danach befasste: „Woran merkt man, dass man kein Präsident mehr ist? Man steigt hinten ins Auto ein und keiner fährt los.“

Anschließend überreichte er die Amtskette dem 154. Präsidenten, Prof. Dr.-Ing. Joachim Hornegger, der nun das Konzept „FAU Vision 2030“ fortführt. Grüske, der auch Vizepräsident der deutschen Hochschulrektorenkonferenz war, wird dann bereits auf einer Insel im westlichen Mittelmeer weilen. (Präsidialer Stabswechsel, Foto: John R. Braun)

Geistiger Beistand für Erlangen

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Das Internationale Kolleg für Geisteswissenschaftliche Forschung an der Universität Erlangen-Nürnberg hatte sich einen tibetischen Lama eingeladen. Der Ehrwürdige Lopön Trinley Nyima Rinpoche erläuterte im Erlanger Schloß nicht nur die Bön-Religion, er erstellte über Tage hinweg ein Torma, das der spirituelle Meister bei einem öffentlichen Ritual authentifizierte, um Frieden und Wohlstand in Erlangen zu befördern. Direktor Prof. Dr. Michael Lackner erhoffte sich, dass der Ritualgegenstand das Kolleg segensreich begleiten wird.

Hier gilt sicher die Sentenz von Niels Bohr, den Wolfgang Pauli gefragt hatte, ob er denn an ein über der Tür hängendes Hufeisen glauben würde. „Natürlich nicht. Aber wissen Sie, Herr Pauli, es soll einem auch helfen, wenn man nicht daran glaubt.“

Bei der Veranstaltung war auch die Direktorin des Konfuzius-Instituts Nürnberg-Erlangen, Dr. Yan Xu-Lackner, die gegenwärtig beim 3. Chinesischen Filmfestival u.d.T. „Hälfte des Himmels? – Frauen in China“ mutige Autoren- und Kunstfilme aus China versammelt.

Ars Electronica

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Auch im 35. Jahr gelang es Gerfried Stocker mit dem Team der Ars Electronica in Linz Spitzenwerke der Medienkunst zu versammeln. Bei der Gala des weltweit wichtigsten Festivals für Cyberart gab es Goldene Nicas für Vordenker Roy Ascott, die Computer Animation „Walking City” von Matt Pyke, das Internetprojekt „Fumbaro Eastern Japan“ von Takeo Saijo, Interactive Art „Loophole for All“ von Paolo Cirio und “Femme Chanel – Emma Fenchel” von Sarah Oos. Eine Auszeichnung erhielt „Box“ von BOT & DOLLY und eine Anerkennung ging an „5 Mètres 80“ von Nicolas Deveaux. Absolut sehenswerte Arbeiten. Beim anschließenden Empfang traf ich Laurent Mignonneau und Christa Sommerer wieder, die ich 1993 mit “The Interactive Plant Growing“ kennengelernt hatte.

Nach einem Gespräch mit der Direktorin für International Arts Development am CERN, Ariane Koek, begegnete ich zu meiner Überraschung Totalkünstler Timm Ulrichs, der seine Frau Ursula Neugebauer begleitete. Aus Nürnberg waren auch Science Artist Chriska Wagner (Interstellare Begegnung) und Medientheoretikerin Angelica Schmitt gekommen.

Maffay kennt Marius

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Eigentlich war ich wegen einer Aufzeichnung zum 450. Geburtstag von Galileo Galilei für den mdr im Studio Franken des Bayerischen Rundfunks und wollte anschließend zum stellvertretenden Studioleiter, Norbert Küber, um mit ihm über das Simon-Marius-Jubiläum zu sprechen, da traf ich Peter Maffay, der mit seinem aktuellen Album gerade der erfolgreichste deutsche Chartkünstler aller Zeiten wurde.

Na gut, „traf“ ist ein wenig übertrieben, denn die Marius-Botschaft habe ich ihm schon ein wenig aufgedrängt. Trotz Vorbereitung für ein BR-Hautnah-Konzert ist er dem fränkischen Hofastronomen aber offen begegnet und war gern zu einem Sympathiefoto bereit. Im Gegenzug werd ich wohl nun mal „Du“ von 1970 suchen.

Zieleinlauf geübt

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„Bewegung ist Gesundheit, Sport ist Medizin“ – unter diesem Leitmotiv ging am Vorabend des DATEV Challenge Roth 2013 der Verein Charity4Sports an den Start und lud eine illustre Runde aus Sportärzten wie Dr. Leonard Fraunberger (im Foto links), Motivationstrainern und Unternehmensvertretern wie Marketingprofi Claus Fesel zum Podiumsgespräch. Bewegungsmediziner Prof. Dr. Matthias Lochmann (2. v.l.) berichtete von der Forschung, mit der Leistungssportler die letzten 2 % aktivieren und Gesundheitssportler Fehlbelastungen vermeiden. Nach wirklich guten Ratschlägen der Veranstaltung, war ich dennoch froh, dass vom medizinischen Standpunkt her die Daseinsform als gesunder Nicht-Sportler durchaus akzeptabel ist. Irgendwie endete das flotte Gespräch mit Verliebtheit und Sex als Plädoyer für mehr Bewegung, woraufhin es zum Zieleinlauf ging, den die Gruppe um die Charity4Sports-Vorstände Joachim Wörner und Stefan Picard (beide rechts) schon mal üben durfte.

Unsichtbares sichtbar machen

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Es spräche nichts dagegen, wenn das Wissenschaftsministerium ein Fraunhofer-Institut finanzieren würde, war die Replik von Prof. Dr. Alfred Gossner, Finanzvorstand der Fraunhofer-Gesellschaft, auf das Gedankenspiel von Staatsminister Dr. Wolfgang Heubisch, welche Einrichtungen wohl noch in seinem Geschäftsbereich Sinn machen würden. Beide freuten sich mit Fraunhofer IIS-Chef Prof. Dr. Albert Heuberger bei der Neubaueinweihung des Entwicklungszentrums Röntgentechnik in Fürth-Atzenhof über modernste Röntgentechnologie. Nach der Kampfmittelräumung am ehemaligen Flughafen entstanden auf über 5300 Quadratmetern 140 Büros und Laborräume für zerstörungsfreie Materialprüfung. Bereichsleiter Prof. Dr. Randolf Hanke (im Foto links) verfügt nun über Geräte der Superlative: Der größte XXL-Computertomograph fasst komplette Seefrachtcontainer und die kleinste transportable Anlage analysiert selbst winzige Proben aus Kunststoff oder Keramik. Klar, dass Handke den Schlüssel für den Neubau auch in einem Stein eingebacken gerne entgegen nahm. Den hatte er vorher schon überprüft. (Foto: Thoralf F. Dietz; Berichte: FN, NZ)